Frequently Asked Questions


1) Was ist FallAkte Plus?

2) Wie funktioniert FallAkte Plus?
3) Wer kann FallAkte Plus nutzen?
4) Wie läuft die Zusammenarbeit konkret ab?
5) Was müssen (künftige) FallAkte Plus-Kunden dafür investieren?
6) Welche technisch-organisatorischen Voraussetzungen müssen Kunden mitbringen, um das Angebot FallAkte Plus nutzen zu können?
7) Was bringt FallAkte Plus den Anwendern?
8) Wie ist der Datenschutz gewährleistet?
9) Wie zuverlässig ist die Betriebssicherheit?
10) Wie wird sich die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) auf das eFA-Portal auswirken?
11) Können auch Ärzte und Kliniken außerhalb Deutschlands das Angebot von FallAkte Plus nutzen?

 


1) Was ist FallAkte Plus?

FallAkte Plus ist ein Portal, das Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten die gemeinsame Nutzung und Pflege elektronischer FallAkten (eFA) zu ihren gemeinsamen Patienten ermöglicht. Basis ist der öffentlich zugängliche und lizenzfrei nutzbare eFA-Standard: Er unterstützt die effiziente Kommunikation zwischen Ärzten unabhängig von verwendeten IT-Systemen, über Sektor- und Einrichtungsgrenzen hinweg und ist konform zu den strengen Anforderungen des Datenschutzes. Betreiber dieses eFA-Portals ist die Healthcare IT Solutions GmbH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Universitätsklinikums Aachen.



2) Wie funktioniert FallAkte Plus?

Das Portal stellt seinen Kunden einen eFA-Zugang zur Verfügung. Mit Benutzerkennung und Passwort können sich die Ärzte einloggen, eine neue FallAkte zu ihrem Patienten anlegen oder auf alle vorhandenen Fallakten zugreifen, bei denen sie zum Kreis der Berechtigten zählen. Die FallAkte bietet ihnen die Möglichkeit, sich rasch einen Überblick über den bisherigen Behandlungsverlauf zu verschaffen, Befunde, Röntgenbilder, OP-Berichte, Arztbriefe einzusehen und selbst die für die Behandlung relevanten Dokumente einzustellen.

Der eFA-Zugang ist browserbasiert über eine gesicherte Internetverbindung mit gängigen Softwaresystemen (Windows Anwendungen u.a.) möglich. Sofern Krankenhausinformations- oder Praxissysteme über eine standardisierte eFA-Schnittstelle verfügen, können sie auch direkt eingebunden werden.



3) Wer kann FallAkte Plus nutzen?

Das Portal steht bundesweit allen interessierten Kliniken, Klinikketten, Ärztenetzen, Arztpraxen und ähnlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens offen. Vertragspartner ist die Healthcare IT Solutions GmbH als eFA-Provider.



4) Wie läuft die Zusammenarbeit konkret ab?

Wenn nach ausführlicher Information und Beratung der Umfang der geplanten Anwendungen definiert und der  Vertrag zustande gekommen ist, stellt Healthcare IT Solutions die Zugänge für die Installation der notwendigen Softwarepakete, die Benutzerkennungen und Start-Passwörter zur Verfügung. Damit kann der eFA-Zugang eingerichtet werden.

Die gemeinsame Nutzung und Pflege von FallAkten über Einrichtungsgrenzen hinweg setzt voraus, dass jede beteiligte Einrichtung über einen eFA-Zugang verfügt. Dabei müssen aber nicht alle Partner das Portal FallAkte Plus nutzen: Die bisher vorhandenen regionalen eFA-Netze werden zunehmend bundesweit miteinander verbunden und die eFA-Plattformen kooperieren dezentral und gleichberechtigt. Einzige Voraussetzung für die funktionierende Zusammenarbeit ist, dass sie denselben technischen Standard – eFA – unterstützen müssen.



5) Was müssen (künftige) FallAkte Plus-Kunden dafür investieren?

Die genauen Konditionen teilt Healthcare IT Solutions auf Anfrage mit: Sie richten sich unter anderem nach dem Umfang und der Intensität der Nutzung. Grundsätzlich gibt es zwei Vertragsmodelle, eines sieht eine pauschale Nutzung über eine Flatrate vor und beim zweiten Modell fallen Gebühren für jede Transaktion an. Die Gebührenstrukturen sind so ausgelegt, dass sich auch der einzelne niedergelassene Arzt problemlos einen eFA-Zugang leisten kann.



6) Welche technisch-organisatorischen Voraussetzungen müssen Kunden mitbringen, um das Angebot FallAkte Plus nutzen zu können?

Ein PC mit einer aktuellen MS Windows-Version als Betriebssystem, ein Internetanschluss mit MS Internet Browser und Adobe Acrobat Reader reichen als Basis für einen einfachen Zugang bereits aus. Niedergelassene Ärzte, die über einen KV-SafeNet Anschluss verfügen, können diesen künftig auch für den eFA-Zugang nutzen.
FallAkte Plus unterstützt über ein integriertes PACS System auch die gegenseitige Öffnung von Bilddateien; das Auswerten von Röntgenbildern oder anderer bildgebender Diagnostik erfordert eine entsprechende Monitorqualität am Arbeitsplatz. Ist eine KIS- oder PACS-Integration geplant, müssen die genauen Voraussetzungen im Projekt abgesprochen werden.



7) Was bringt FallAkte Plus den Anwendern?

Zunächst stellt das Portal einen eFA-Zugang zur Verfügung und, wenn FallAkten zu einrichtungsübergreifend behandelten Patienten existieren, profitieren alle Mitbehandler von den bekannten Vorteilen der elektronischen FallAkte: Der Arzt kann sich zeitnah über seinen Arbeitsplatzcomputer einen Überblick über den bisherigen Behandlungsverlauf verschaffen und Ergebnisse früherer Untersuchungen einsehen. Das hilft beispielsweise, aufwändige Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Der Arzt trifft seine Therapieentscheidungen auf Basis umfassender Informationen. Weil er weiß, was andere Ärzte bereits unternommen haben, kann er seine Patienten besser beraten. Die Vertrauensbasis ist gestärkt, weil der Patient spürt, dass sein Arzt über alles Wichtige informiert ist.

FallAkte Plus ermöglicht zudem die effiziente, zeitnahe Zweitbefundung durch Experten, einrichtungsübergreifende Konsildienste oder virtuelle Fallkonferenzen wie beispielsweise Tumorboards. Damit bietet das Portal auch die technische Basis für intensive arbeitsteilige Kooperationen im Gesundheitssystem, wie sie vom Universitätsklinikum Aachen etwa im Traumanetzwerk Aachen und im Bereich Kardiologie/Herzchirurgie sowie mit mehreren Rehakliniken bereits realisiert wurden.



8) Wie ist der Datenschutz gewährleistet?

Das Portal FallAkte Plus unterstützt die eFA-Sicherheitsarchitektur: Sämtliche angeschlossenen Einrichtungen und Ärzte erhalten Zertifikate. Die Patienten müssen über die FallAkte umfassend aufgeklärt werden und schriftlich ihr Einverständnis erklären. Sie legen auch fest, welche Ärzte auf ihre FallAkte zugreifen dürfen. Der Kreis der Zugriffsberechtigten ist für jede FallAkte beim Provider hinterlegt; die Identität wird auf zwei Wegen technisch geprüft und zudem jeder Zugriff protokolliert.

Die Patientenbezogenen Daten bleiben in der Regel in der Einrichtung, wo sie erhoben wurden; die FallAkte öffnet die Daten aber selektiv und abgesichert für die Mitbehandler. Als Provider kann Healthcare IT Solutions auch für zentral gespeicherte Daten ein Höchstmaß an Schutz und Sicherheit garantieren, denn sie bleiben in einem geschützten klinischen Umfeld unter dem Dach des Universitätsklinikums Aachen. Somit ist ein sorgfältiger Umgang mit den sensiblen Daten jederzeit gewährleistet.

Der Arbeitskreis der Landesdatenschützer begleitet die eFA-Initiative seit dem Jahr 2006 und hat den eFA-Standard bisher sehr positiv bewertet. Auch zukünftig ist für alle Erweiterungen ein enger Dialog geplant.



9) Wie zuverlässig ist die Betriebssicherheit?

Momentan nutzt das Portal ein stark gesichertes Rechenzentrum mit ITIL-basierten Prozessen (international anerkannte Best Practices in Rechenzentren). Voraussichtlich Mitte 2011 wechselt der Betrieb auf ein Hochverfügbarkeits-Rechenzentrum nach TÜV Level 3; dessen Sicherheit ist entsprechend dem BSI Grundschutz und nach ISO 27001 zertifiziert.
Das Portal nutzt ein auf ein Hochverfügbarkeits-Rechenzentrum nach TÜV Level 3; dessen Sicherheit ist entsprechend dem BSI Grundschutz und nach ISO 27001 zertifiziert. Die Sicherheit von FallAkte Plus wurde durch den TÜV zertifiziert; das Portal führt das TÜV-Siegel „Geprüfter Datenschutz“.



10) Wie wird sich die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) auf das eFA-Portal auswirken?

Die elektronische FallAkte ist als erster externer Mehrwertdienst für die Telematikinfrastruktur der eGK bereits gesetzt; das hat die gematik im Sommer 2010 beschlossen. Das heißt: Der eFA-Standard wird parallel zur Entwicklung der Kernanwendungen (Patientenstammdaten, Notfall-Datensatz) in die Telematikinfrastruktur migriert. Alle heutigen Anwendungen, die den gültigen eFA-Standard umsetzen, sind damit zukunftssicher. Angesichts dieser Entscheidung haben bereits etliche Hersteller von Klinik- und Praxisinformationssystemen angekündigt, eFA-Schnittstellen in ihre Software serienmäßig zu integrieren. Damit wird die sektor- und einrichtungsübergreifende Kooperation im Gesundheitswesen künftig noch effizienter möglich sein.



11) Können auch Ärzte und Kliniken außerhalb Deutschlands das Angebot von FallAkte Plus nutzen?

Das ist bereits heute der Fall; die Universitätsklinika Aachen und Maastricht nutzen das Portal im Rahmen ihrer grenzüberschreitenden Kooperation.